Individuelle Homöopathie als Ergänzung universitärer kinderonkologischer Therapie in Bern

Hintergrund
Komplementärmedizin, speziell Homöopathie, wird im Konzept der Integrativen Medizin besonders in der Kinderheilkunde in erheblichem Mass nachgefragt.

Ziel
Altersverteilung, biometrische Daten, Diagnosen-Spektrum und Therapieverlauf begleitender individueller homöopathischer Therapie in der pädiatrischen Hämatologie-Onkologie einer Universitätsklinik.

Methode
Retrospektive Auswertung von Konsiliums-Akten 2008-2017 im Inselspital Bern und deskriptive Analyse der Daten.

Ergebnisse
In 10 Jahren erhielten 94, ca. 20% der hospitalisierten Kinder eine komplementärmedizinische Beratung und 91 eine individuelle homöopathische Therapie. Die Diagnosen verteilten sich auf 40 hämatologische, 29 zentralnervöse, 16 ossäre und 9 andere Befunde. Die Therapie mit Q- oder C-Potenzen fokussierte sich bei 57 Kindern (70%) auf die Linderung von Nebenwirkungen der tumorspezifischen Therapie.

Schlussfolgerung
Im Berner kinder-onkologischen Integrativmedizin-Konzept wurde die homöopathische Zusatzbehandlung als individuell unterstützend wahrgenommen.
Kontrollierte Untersuchungen werden verallgemeinerbare Ergebnisse ermöglichen, „mixed methods“-Methoden werden zu qualitativen Aussagen führen.

Klaus von Ammon1, Sonja C. Lüer2, Martin Frei-Erb1, Katharina Gaertner1
1Institut für Komplementäre und Integrative Medizin IKIM, Universität Bern, und 2Abteilung für Hämatologie und Onkologie der Kinderkliniken des Inselspitals, Bern, Schweiz


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